Mafia-Bürokratie in Deutschland
Von Alex am Freitag, den 24. März 2006 um 21:17 Uhr
Situation
Während die Parteien alle von Bürokratieabbau sprechen sieht die Wirklichkeit doch eher beschissen aus. Zum 01. Januar 2006 haben wir ein weiteres Gewerbe für die Produktion einer eigen Klamotten-Linie angemeldet. Dabei sollen die Motive für T-Shirts und Kappen bei uns am PC entworfen und dann im Ausland produziert werden. Bis heute haben wir übrigens noch nichts produziert geschweige denn Einkünfte mit diesem Gewerbe erzielt.
07. März 2006
Am 07. März 2006 haben wir dann aber schon einen Brief von der Textil- und Bekleidungs-Berufsgenossenschaft erhalten. Darin wurden wir zur Zahlung der BG-Beiträge aufgefordert. Es stand aber auch darin, dass wir uns davon befreien lassen könnten, sofern wir eine bestimmte Arbeitsstundenanzahl nicht erreichen würden. Wir haben uns natürlich erstmal gefragt wogegen wir uns versichern sollten? Das runterfallen vom Bürostuhl? Erblinden vor dem PC? Oder gegen Herzattacken beim lesen solch beschissener Briefe. Da wir regulären Jobs nachgehen und ausserdem unseren Shop chrisandalex.de betreiben, liegen wir weit unter dieser Stundenanzahl. Auf telefonische Nachfrage hieß es also, dass wir das einfach kurz schriftlich einreichen sollen (wir haben ja auch sonst nix zu tun).
15. März 2006
Da die gute Frau es sich nicht notieren konnte bzw. das ja schließlich nicht ausreicht haben wir den Brief also ordnungsgemäß verfasst, unterschrieben und am 15. März per Einschreiben an die BG geschickt. Um es noch mal zu erklären haben wir explizit geschrieben, dass wir nur am PC arbeiten (und daher auf einen Unfallschutz durch die BG verzichten können).
20. März 2006
Mit Datum vom 20. März hat uns die BG dann Unterlagen geschickt, in denen steht, dass sie uns vom 01. Januar bis 31. März versichert hätten und der Einspruch erst ab 01. April gültig ist. Dumm, dass man uns erst zum 07. März überhaupt informiert hat. Wie hätten wir denn davor Einspruch einlegen sollen? Sind wir Hellseher? Ausserdem hat man uns dann gleich noch in eine höhere Gefahrenklasse als Büroarbeit eingestuft - wir würden hier ein Atelier betreiben. Wozu haben wir denen überhaupt einen Brief geschrieben? Können die von der BG nicht lesen? Also sollen wir jetzt erstmal zahlen!
Fazit
Es gibt keine schlimmeren Verbrecher als staatliche Behörden. Man hat als Existenzgründer noch nicht einmal angefangen und schon kommen die Aasgeier von allen Seiten um einen zu schröpfen. Und wie man an diesem Fall sieht, auch mit fast schon kriminellen Methoden.
Und dann fragen sich alle warum deutsche Unternehmen ins Ausland gehen… also wir verstehen es jetzt schon!
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Kategorie: Tagesgeschäft
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